2025 Zeekr 7X

Zeekr 7X: Eleganter Premium-Herausforderer

Die zu Geely gehörende und von Emil Frey importierte Marke Zeekr möchte mit geballter Technologie und überzeugendem Premium-Ansatz im entsprechenden Revier wildern und im hiesigen Markt Fuss fassen. Optisch gibt sich das in Schweden entwickelte SUV angenehm zurückhaltend. Glatte Flächen, eine sanft abfallende Dachlinie und flache Leuchten sorgen für elegantes Understatement. Auffällige Akzente setzen die schwarze Frontleiste, goldene Bremssättel, sportliche Felgen und rahmenlose Aussenspiegel. Das Design wirkt stimmig und kommt so gut an, dass Passanten den Wagen gelegentlich sogar für einen Porsche halten.

Im Innenraum überzeugt die Verarbeitungsqualität auf ganzer Linie. Sämtliche Oberflächen wirken hochwertig, während recycelte Materialien den Nachhaltigkeitsanspruch des Herstellers unterstreichen. Dass ein über 2,5 Tonnen schweres E-SUV keine Öko-Offenbarung ist, gilt allerdings auch für die Konkurrenz. Liebe zum Detail zeigen die Lautsprecherabdeckungen aus echtem Aluminium und die angenehm präzisen physischen Tasten unter dem Touchscreen. Hier wurde sichtbar nicht am falschen Ende gespart.Das Raumangebot ist hervorragend. Vorne wie hinten sitzt man ausgesprochen luftig, im Fond mit viel Kopf- und Beinfreiheit sowie hochwertiger Verarbeitung. Sitzheizung, Belüftung und elektrisch verstellbare Lehnen sorgen auch hinten für Business-Class-Komfort. Der sauber ausgekleidete Kofferraum mit doppeltem Ladeboden, hochwertigem Rollo und einstellbarer Heckklappe punktet ebenso im Alltag wie die schwenkbare Anhängerkupplung für bis zu zwei Tonnen.

Leistung satt, aber viel Verbrauch

Eine Besonderheit sind die vollautomatischen Türen, die sich per Knopfdruck öffnen und schliessen. Zwar ist auch eine manuelle Bedienung möglich, vorgesehen ist jedoch die elektrische Steuerung. Die Sensorik arbeitet dabei sehr zuverlässig und erkennt Hindernisse wie Bordsteine, Leitplanken oder parkierte Fahrzeuge frühzeitig. Zusätzlich lassen sich alle Türen über den Touchscreen bedienen, was beim Ein- und Aussteigen von Passagieren für einen echten Wow-Effekt sorgt.Das Infotainmentsystem arbeitet stabil, schnell und nach kurzer Eingewöhnung angenehm intuitiv. Weniger gelungen ist, dass das Klimamenü nicht dauerhaft eingeblendet bleibt und auch die Lüftungsdüsen ausschliesslich per Touchscreen eingestellt werden. Die deutsche Sprachsteuerung reagiert zudem noch recht unzuverlässig. Auf Englisch funktioniert sie besser, erreicht aber noch nicht das Niveau moderner Smartphones oder der besten Systeme anderer Hersteller.

Fahrerisch hinterlässt der 7X einen zwiespältigen, insgesamt aber sehr hochwertigen Eindruck. 475 kW, 710 Nm, ein komfortabel abgestimmtes Luftfahrwerk, eine eher entspannte Lenkung und ein hervorragend dosierbares Bremspedal bilden die Basis. Der Vortrieb ist gewaltig und legt ab etwa 80 km/h nochmals spürbar nach. Gleichzeitig wirkt das Gesamtkonzept etwas widersprüchlich: Während Antrieb und Bremsen nach Sportlichkeit schreien, sind Lenkung und Fahrwerk klar auf Komfort ausgelegt. Das Ergebnis ist ein souveräner Gleiter mit beeindruckender Beschleunigung, aber ohne echten Sportwagencharakter. Genau dort spielt der Zeekr seine Stärken aus: Auf der Autobahn überzeugt er mit exzellenter Geräuschdämmung, einem erstklassigen Luftfahrwerk und angenehmen Massagefunktionen. Auch der Antrieb hinterlässt einen starken Eindruck, da die volle Leistung selbst bei niedrigem Akkustand erhalten bleibt. An der Schnellladesäule schöpfte der 7X die verfügbaren 300 kW vollständig aus, möglich wären sogar bis zu 460 kW. Der Testverbrauch von 24,3 kWh/100 km geht in Ordnung, gehört aber nicht zur Spitze.

Assistenzsysteme trüben tolles Gesamtbild

Weniger überzeugend präsentieren sich die Assistenzsysteme. Spurhalteassistent und Tempowarner arbeiten überempfindlich, lassen sich aber immerhin per Schnellzugriff deaktivieren. Problematischer sind die häufigen Müdigkeitswarnungen ohne ersichtlichen Anlass, ein sehr früh eingreifender Notbremsassistent, vereinzelte Fehlalarme des Totwinkelwarners sowie eine unzuverlässige Verkehrszeichenerkennung. Auch das Matrix-Fernlicht flackert gelegentlich unschlüssig umher. Zwar lassen sich viele dieser Punkte per OTA-Update verbessern, dennoch trüben sie den ansonsten sehr souveränen Gesamteindruck unnötig. Gerade deshalb fallen diese Schwächen besonders auf.

Das Gesamtpaket spricht dennoch für sich und wird vom Preis zusätzlich unterstrichen: Für 68’890 Franken liefern die Chinesen ein mit allen Schikanen ausgestattetes SUV mit enormer Kraft, während bei manchen Konkurrenten die Preisliste gerade erst beginnt. Das Garantieversprechen von zehn Jahren beziehungsweise 200’000 Kilometern dürfte branchenweit ebenfalls Benchmark-Charakter haben. Noch fehlt es Zeekr zwar an Image. Angesichts des starken Auftritts des 7X dürfte sich der Ruf des jungen Herstellers jedoch schneller entwickeln als gedacht.